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Ablauf des Mediationsverfahrens

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Mediationsvertrag:

Zunächst werden der Ablauf des Mediationsverfahrens und die Grundsätze, die in der Mediation beachtet werden müssen, besprochen. Sie können bestimmte Verhaltensweisen während der Mediation miteinander vereinbaren (z.B. niemanden oder nur bestimmte Personen vom Inhalt des Gesprochenen zu informieren, keine gegenseitigen Beschuldigungen zu äußern, ein bereits laufendes Gerichtsverfahren auszusetzen, etc.). Der Mediationsvertrag ist zugleich ein Vertrag zwischen den einzelnen Mediationsparteien und ein Vertrag zwischen den Mediationsparteien und dem Mediator. Der Inhalt wird zwischen Ihnen und mir ausgehandelt.

Themensammlung:

Die Beteiligten erklären zunächst jeder für sich, welche Themen ihnen wichtig sind und einer einvernehmlichen Regelung zugeführt werden sollen. Danach einigen sich die Beteiligten auf die zu besprechenden Themen und deren Reihenfolge.
Ø Im Rechtsstreit kann oft nur ein Thema abgehandelt werden, während die anderen Probleme nicht mit einbezogen werden können. Dies kann zu ungerechten und bruchstückhaften Regelungen führen.

Konfliktbearbeitung:

Für jedes Thema (z.B. monatliche Zahlungen, Haus-/Wohnungsnutzung, Umgang mit den Kindern) wird herausgearbeitet, was jedem Beteiligten wichtig ist und welche Gesichtspunkte in der Lösung berücksichtigt werden sollten. Hierbei werden im Einzelnen die Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten verdeutlicht und dem Anderen sichtbar gemacht.
Ø Im Rechtsstreit verhärten sich im Laufe des Prozesses in der Regel die einzelnen Standpunkte und ein Verständnis für die Sichtweise des Anderen ist nicht möglich. Ein abgeschlossener Prozess führt häufig unmittelbar in die nächste Auseinandersetzung.

Lösungssuche:

Nachdem die Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten zu einem Thema vollständig herausgearbeitet wurden, werden eine Vielzahl von Lösungen zu jedem Thema einzeln zusammengetragen. Wichtig dabei ist, dass viele Lösungsmöglichkeiten gefunden werden. Anhand der vorher aufgelisteten Interessen und Bedürfnissen eines jeden Einzelnen wird dann gemeinsam die beste Lösung gesucht.
Ø Im Rechtsstreit haben Sie keinen Einfluss auf die Lösungen. Durch das Gesetz wird eine bestimmte Lösung vorgegeben, die von den Parteien nicht zu beeinflussen ist. Manche auf der Hand liegende Lösung (z.B. Veräußerung eines Wohnhauses) lässt sich gerichtlich nicht durchsetzen. Manchmal sind Entscheidungen juristisch vorgegeben, die weder interessengerecht sind, noch von den Parteien als fair empfunden werden.

Realitätscheck:

Nachdem für alle Teilbereiche Lösungen erarbeitet wurden, müssen die einzelnen Bereiche noch einmal in Form einer Gesamtübersicht überprüft werden. Wurde beim Unterhalt z.B. zunächst vom Beibehalten des Hausanwesens ausgegangen und entscheiden sich die Partner im Nachhinein dafür, das Hausanwesen zu veräußern, muss der Unterhalt unter Berücksichtigung der veränderten Situation neu verhandelt werden.
Ø Im Rechtsstreit kann ein einmal gefälltes, rechtskräftiges Urteil oft nur durch einen neuen Prozeß beseitigt werden, wenn sich die zugrundeliegenden Voraussetzungen verändert haben. Zwar ist grundsätzlich eine einvernehmliche Abänderung möglich, aber die Erfahrung zeigt, dass die bevorteilte Partei hierzu meist nicht bereit ist, da sie so lange für das Urteil hat streiten müssen.

Vereinbarungskonzept:

Die Mediation endet mit einem Vereinbarungskonzept zu allen Streitpunkten. Dieses Vereinbarungskonzept wird schriftlich festgehalten.

Anwaltliche Kontrolle:

Da der zu schließende Vertrag Sie in aller Regel jahrelang begleiten wird, ist es gerade im Rahmen einer Trennungs- und Scheidungsmediation wichtig, dass Sie rechtlich über die Tragweite des Vertrages informiert sind. Deswegen ist es vor Abschluß des Vertrages erforderlich, dass Sie sich von einem Anwalt ihres Vertrauens beraten lassen. Sind Sie nach der Beratung noch mit dem Vereinbarungskonzept einverstanden, wird ein entsprechender Trennungs- bzw. Scheidungsvertrag geschlossen.

Mediatorische Überprüfung:

Sind Sie nach anwaltlicher Beratung mit dem Vereinbarungskonzept nicht einverstanden, sollte erneut mediatorisch bis zur einvernehmlichen Lösung an den strittigen Punkten gearbeitet werden.