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Mediator oder Anwalt - Wo liegt der Unterschied?

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Der Rechtsanwalt ist Rechtsberater, der Mediator ist Vermittler.
Es handelt sich hierbei um zwei ganz unterschiedliche Tätigkeiten. Der Anwalt ergreift für Sie Partei. Er ist Parteivertreter und vertritt Sie im Gerichtsverfahren oder außergerichtlich. Der Mediator vertritt weder Sie noch Ihren Partner als Person, sondern hilft, eine gütliche Vereinbarung zwischen Ihnen und Ihrem Partner zu ermöglichen.

Neben Rechtsanwälten gibt es auch noch andere Berufsgruppen, z.B. Pädagogen, Psychologen, Sozialarbeiter, etc., die als Mediatoren tätig sind. Der Beruf des Mediators ist rechtlich nicht geschützt.

Ein Rechtsanwalt kann beides sein: Anwalt und Mediator.
Rechtsanwälte dürfen sich allerdings nur dann Mediator nennen, wenn sie gem. §7a BORA eine geeignete Ausbildung zum Mediator absolviert haben.

Es muss immer unterschieden werden, ob man einen Rechtsanwalt als Mediator oder als Rechtsberater aufsucht. Als Rechtsberater darf der Anwalt grundsätzlich nur einen Mandanten vertreten. In einer anwaltlich beratenden Besprechung, in der beide Eheleute wegen ihres Scheidungswunsches anwesend sind, vertritt der Rechtsanwalt immer nur einen Ehepartner, der andere ist ohne juristische Beratung.

Im Mediationsverfahren darf der Rechtsanwalt überhaupt nicht beraten, er ist vielmehr ausschließlich darum bemüht, zwischen den Parteien eine gütliche Einigung zu erwirken.

Dennoch kann das Recht an verschiedenen Stellen im Mediationsverfahren Eingang finden, z.B.

  • um zu verhinden, dass unwirksame Vereinbarungen getroffen werden
  • wenn die Parteien als Fairnesskatalog rechtliche Maßstäbe anlegen wollen
  • um sicherzustellen, dass gesetzliche oder tatsächlich eintretende Veränderungen (z.B. Steuerklassenänderung, Unterhaltsabänderung bei Einkommensveränderung) frühzeitig berücksichtigt werden